Ein Schraubwerkzeug besteht die Maschinenfähigkeitsuntersuchung mit einem Cmk von 1,85 - und trotzdem melden sich drei Wochen später die ersten Kundenreklamationen. Klingt paradox, ist es aber nicht. Wer Cmk und Cpk verwechselt oder falsch berechnet, riskiert ungültige Prozessfreigaben, teure Nacharbeit und im schlimmsten Fall Rückrufe bei sicherheitskritischen Verbindungen.

Dieser Fachartikel erklärt Ihnen, was Cmk und Cpk tatsächlich bedeuten, wie Sie beide Fähigkeitsindizes Schritt für Schritt korrekt berechnen - mit konkreten Zahlenbeispielen aus der Drehmomentmessung - und welche Bedeutung die Grenzwerte für Ihre tägliche Produktionspraxis haben.

Cmk vs. Cpk: Zwei Kennzahlen, zwei völlig verschiedene Aussagen

Beide Indizes messen Fähigkeit - jedoch auf unterschiedlichen Ebenen und unter unterschiedlichen Bedingungen. Diese Unterscheidung ist fundamental und wird in der Praxis häufig unterschätzt.

Cmk (Maschinenfähigkeitsindex) ist das Ergebnis der Maschinenfähigkeitsuntersuchung (MFU). Er bewertet ausschließlich das Schraubwerkzeug unter kontrollierten Laborbedingungen: gleicher Bediener, gleiche Schraubstelle, gleiche Umgebung, ohne Serienunterbrechungen. Die Frage, die der Cmk beantwortet: Kann dieses Werkzeug die geforderte Toleranz unter Idealbedingungen grundsätzlich einhalten?

Cpk (Prozessfähigkeitsindex) ist das Ergebnis der Prozessfähigkeitsuntersuchung (PFU). Er bewertet den vollständigen Schraubprozess unter realen Serienbedingungen - mit Werkereinfluss, Materialschwankungen, Schichtwechseln und Umgebungsstörungen. Die Frage: Hält der gesamte Schraubprozess die Toleranz im Produktionsalltag dauerhaft ein?

MerkmalCmk - MaschinenfähigkeitCpk - Prozessfähigkeit
UntersuchungstypMFU (Maschinenfähigkeitsuntersuchung)PFU (Prozessfähigkeitsuntersuchung)
ZeitraumKurzzeitstudie (ein Produktionslauf)Langzeitstudie (repräsentativer Zeitraum)
BedingungenKontrollierte LaborbedingungenReale Serienproduktion
EinflussfaktorenNur MaschineneinflussMensch, Material, Methode, Maschine, Mitwelt
Stichprobenumfang≥ 50 aufeinanderfolgende Verschraubungen≥ 125 Messungen aus der Serienproduktion
NormgrundlageVDI/VDE 2645-2VDI/VDE 2645-3
Mindest-GrenzwertCmk ≥ 1,67 (Klasse A/B)Cpk ≥ 1,67 (Automotive)
AussageKann das Werkzeug die Toleranz grundsätzlich einhalten?Hält der Gesamtprozess die Toleranz dauerhaft ein?
Wann durchführen?Vor Serienanlauf, nach WerkzeugwechselKontinuierlich in der laufenden Produktion

Ein guter Cmk ist die notwendige Voraussetzung für einen guten Cpk - aber keine Garantie. In der Praxis fällt der Cpk nahezu immer kleiner aus als der Cmk, weil in der Serienproduktion zusätzliche Störgrößen wirken, die unter Laborbedingungen nicht auftreten.

Die Formeln: So berechnen Sie Cmk und Cpk

Die mathematische Grundstruktur beider Indizes ist identisch - der Unterschied liegt in den Eingangsdaten und den Randbedingungen ihrer Erhebung.

Cm und Cmk berechnen

Der Cm-Wert beschreibt die potenzielle Maschinenfähigkeit bei exakt zentriertem Prozessmittelwert:

Cm = (OSG - USG) / (6 × σ)

Dabei ist OSG die obere Spezifikationsgrenze, USG die untere Spezifikationsgrenze und σ die Standardabweichung der Messreihe.

Da der Mittelwert in der Praxis selten exakt in der Toleranzmitte liegt, ist der Cmk-Wert der entscheidende Kennwert. Er berücksichtigt die tatsächliche Lage des Mittelwerts zur Toleranzgrenze:

Cmk = min [ (OSG - x̄) / (3σ) ; (x̄ - USG) / (3σ) ]

Es wird immer der kleinere der beiden Teilwerte herangezogen - denn der kritische Engpass liegt dort, wo der Mittelwert der nächstliegenden Toleranzgrenze am nächsten kommt.

Cpk berechnen

Der Cpk verwendet dieselbe Formel wie der Cmk, jedoch mit Messdaten aus der Langzeitstudie:

Cpk = min [ (OSG - x̄) / (3σ) ; (x̄ - USG) / (3σ) ]

Der wesentliche Unterschied: Die Standardabweichung σ wird aus mindestens 125 Messwerten berechnet, die über einen repräsentativen Serienzeitraum mit allen realen Einflussfaktoren erhoben wurden - nicht aus einer isolierten Kurzzeitmessung.

Schritt-für-Schritt-Beispiel: Cmk für eine Drehmomentverbindung

Stellen Sie sich eine Radmutterverbindung vor. Der Konstrukteur hat folgende Anforderungen definiert:

  • Sollwert: 120 Nm
  • Obere Toleranzgrenze (OSG): 132 Nm
  • Untere Toleranzgrenze (USG): 108 Nm
  • Toleranzbreite: 24 Nm

Bei der MFU werden 50 aufeinanderfolgende Verschraubungen am Prüfstand gemessen. Die statistische Auswertung ergibt:

  • Mittelwert x̄: 118,5 Nm
  • Standardabweichung σ: 1,8 Nm

Berechnung:

  • Cmk_oben = (132 - 118,5) / (3 × 1,8) = 13,5 / 5,4 = 2,50
  • Cmk_unten = (118,5 - 108) / (3 × 1,8) = 10,5 / 5,4 = 1,94
  • Cmk = min (2,50 ; 1,94) = 1,94

Das Werkzeug besteht die MFU mit Cmk = 1,94 - es ist fähig. Auffällig ist jedoch die leichte Verschiebung des Mittelwerts von 118,5 Nm nach unten. Wäre die Streuung geringfügig größer oder die Verschiebung ausgeprägter, könnte der Cmk unter 1,67 fallen. Diese Information ist für die Justierung des Werkzeugs wertvoll.

Und wenn der Cpk dann schlechter ausfällt?

Angenommen, die PFU über 125 Messungen in der Serienfertigung ergibt dieselben Toleranzgrenzen, aber:

  • Mittelwert x̄: 119,2 Nm

  • Standardabweichung σ: 3,1 Nm (größere Streuung durch Serienbedingungen)

  • Cpk_oben = (132 - 119,2) / (3 × 3,1) = 12,8 / 9,3 = 1,38

  • Cpk_unten = (119,2 - 108) / (3 × 3,1) = 11,2 / 9,3 = 1,20

  • Cpk = min (1,38 ; 1,20) = 1,20

Obwohl der Cmk = 1,94 einwandfrei war, liegt der Cpk bei nur 1,20 - bedingt fähig, Prozessfreigabe für Klasse A nicht möglich. Der Unterschied: In der Serienproduktion wirken Schichtwechsel, Anzugshilfen, Materialvarianz und Bedienerverhalten - und verdoppeln die Standardabweichung nahezu.

Berechnen Sie Ihre eigenen Werte direkt im interaktiven Rechner:

Was bedeuten die Grenzwerte konkret?

Die Grenzwerte 1,33 und 1,67 sind keine willkürlichen Zahlen. Sie haben eine direkte statistische Bedeutung: Ein Cmk > 1,67 bedeutet, dass der Schrauber die vom Konstrukteur verlangte Toleranz nur zu höchstens 60 % ausnutzt - der Rest ist statistischer Sicherheitspuffer.

In ppm-Werten ausgedrückt: Ein Cpk von 1,67 ergibt eine Ausschussmenge von 0,57 ppm, während ein Cpk von 1,33 bereits 63 ppm liefert. Bei einer Produktion von 500.000 Schraubverbindungen pro Jahr bedeutet das:

  • Cpk = 1,67: ~0,3 fehlerhafte Verbindungen pro Jahr
  • Cpk = 1,33: ~32 fehlerhafte Verbindungen pro Jahr
  • Cpk = 1,00: ~1.350 fehlerhafte Verbindungen pro Jahr

Cmk/Cpk-Grenzwerte und ihre praktische Bedeutung in der Schraubtechnik
Cmk / Cpk WertBewertungAusschuss (ppm)PraxiskonsequenzVDI 2862 Klasse
< 1,00❌ Nicht fähig> 2.700 ppmSofortiger Produktionsstopp. Werkzeug nicht geeignet.Keine Freigabe
1,00 - 1,33⚠️ Grenzwertig66 - 2.700 ppm100% Kontrolle erforderlich. Nachjustierung nötig.Nur Klasse C bedingt
1,33 - 1,67🟡 Bedingt fähig0,57 - 63 ppmErhöhte Überwachung. Klasse C freigegeben, B bedingt.Klasse C / B bedingt
≥ 1,67✅ Fähig< 0,57 ppmProzessfreigabe möglich. Anforderungen Klasse A/B erfüllt.Klasse A, B, C
≥ 2,00✅✅ Exzellent< 0,001 ppmSix Sigma Niveau. Aerospace & Medizintechnik Standard.Alle Klassen (höchste Anforderungen)

In der Medizintechnik oder Luftfahrt werden oft höhere Werte verlangt als im allgemeinen Maschinenbau. Für Aerospace-Anwendungen mit extremen Sicherheitsanforderungen sind Cmk/Cpk ≥ 2,00 keine Seltenheit.

Zusammenhang mit den Schraubfallklassen nach VDI/VDE 2862

Die Fähigkeitsindizes sind kein Selbstzweck - sie sind unmittelbar mit der Schraubfallklassifizierung nach VDI/VDE 2862 verknüpft. Je sicherheitskritischer eine Verbindung, desto höher die Anforderungen an Cmk und Cpk.

  • Klasse A (sicherheitskritisch, z. B. Bremssystem, Lenkung, Airbag-Zünder): Nachweis von MFU und PFU zwingend erforderlich. Branchenüblich Cmk/Cpk ≥ 1,67, teils ≥ 2,00.
  • Klasse B (funktionskritisch, z. B. Fahrwerks- und Antriebskomponenten): MFU obligatorisch, PFU empfohlen. Cmk ≥ 1,67 als Mindestanforderung üblich.
  • Klasse C (nicht sicherheitsrelevant, z. B. Verkleidungsteile): Grundlegende Werkzeugkontrolle ausreichend. Cmk ≥ 1,33 als Mindestgrenze.

Mehr zu den Anforderungen der einzelnen Kategorien finden Sie in unserem Beitrag VDI/VDE 2862 einfach erklärt: Was Kategorie A, B und C für Ihre Schraubprozesse bedeuten.

Die Schraubfallklasse bestimmt also direkt, welchen Cmk Ihr Werkzeug nachweisen muss - und damit, welche Anforderungen an Werkzeugauswahl, Kalibrierung und Prozessüberwachung gelten.

Typische Fehler bei der Cmk/Cpk-Berechnung

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Häufiger Fehler: Cmk mit Cpk gleichsetzen

Ein bestandener Cmk-Wert (≥ 1,67) bedeutet nicht, dass Ihr Schraubprozess in der Serienfertigung fähig ist. Der Cmk beschreibt nur das Werkzeugverhalten unter Laborbedingungen - ohne Werkereinfluss, Materialvarianz oder Umgebungsstörungen. Erst der Cpk aus der PFU belegt die tatsächliche Prozessfähigkeit im Produktionsalltag.

Aus der Praxis kennen wir diese häufigen Fehlerquellen:

1. Zu kleiner Stichprobenumfang Mit 25 statt 50 Messungen für den Cmk wird das Konfidenzintervall so groß, dass der Wert statistisch kaum belastbar ist. Üblich sind 50 bis 100 aufeinanderfolgende Teile ohne Umrüsten, um eine ausreichende Datenbasis sicherzustellen.

2. Messmittel nicht kalibriert Ungeeignete Messmittel, instabile Prüfbedingungen oder Fehler in der Datenerfassung verfälschen den Cmk. Ein unkalibriertes Prüfmittel mit einer Eigenungenauigkeit von ±3 % verzerrt die gemessene Standardabweichung erheblich - und täuscht einen besseren Fähigkeitswert vor, als tatsächlich vorhanden ist.

3. Cm mit Cmk gleichgesetzt Der Cm-Wert ignoriert die Lage des Mittelwerts zur Toleranzmitte. Wer nur den Cm berichtet, verschweigt einen möglichen systematischen Versatz des Werkzeugs. In Audit-Situationen führt das zu ernsthaften Diskussionen.

4. Toleranz nachträglich vergrößert Die Toleranz einer Schraubverbindung wird in der Regel vom Konstrukteur festgelegt - nicht vom Schrauberhersteller. Wer die Toleranzgrenzen ausweitet, um einen besseren Cmk zu erzielen, manipuliert das Ergebnis und gefährdet die Verbindungssicherheit.

5. Prozessstabilität nicht geprüft Eine Cpk-Berechnung ist nur zulässig, wenn der Prozess zuvor als stabil (statistisch beherrscht) nachgewiesen wurde. Eine Regelkarte (z. B. x̄-s-Karte) muss über den gesamten Untersuchungszeitraum frei von Eingriffsgrenzenverletzungen sein. Ohne diesen Nachweis hat der Cpk-Wert keine Aussagekraft.

Schlechten Cpk verbessern: Fünf systematische Hebel

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So verbessern Sie einen schlechten Cpk-Wert systematisch:

  1. Streuung reduzieren: Werkzeug kalibrieren, Schraubfall-Härte prüfen, Bedienereinflüsse minimieren
  2. Prozess zentrieren: Sollwert prüfen, Abweichung des Mittelwerts von der Toleranzmitte korrigieren
  3. Toleranz hinterfragen: Gemeinsam mit dem Konstrukteur prüfen, ob die Toleranzgrenzen prozessgerecht definiert sind
  4. Stichprobenumfang erhöhen: Mehr Messwerte liefern statistisch belastbarere Aussagen
  5. Messmittel prüfen: Ein ungenaues Messwerkzeug verfälscht die Standardabweichung - DAkkS-Kalibrierung sicherstellt

GWK QUANTEC MCS® und Q-CHECK®: Die Datenbasis für belastbare Fähigkeitsberechnungen

Eine Fähigkeitsuntersuchung ist nur so gut wie die Messdaten, auf denen sie basiert. Zwei Faktoren entscheiden über die Qualität der Eingangsdaten: die Messgenauigkeit des Prüfwerkzeugs und die Rückverfolgbarkeit der Kalibrierung.

QUANTEC MCS®: Präzise Messdaten für MFU und PFU

Das GWK QUANTEC MCS® Analysewerkzeug wurde speziell für Prüfanforderungen nach VDI/VDE 2645 entwickelt. Die festpunktlose Drehwinkelmessung mit robuster Aluminium-Titan-Konstruktion liefert eine Messgenauigkeit von ±1 % zwischen 10 und 100 % des Nennbereiches - und erfasst Drehmoment und Drehwinkel simultan in Echtzeit.

Für die Cmk- und Cpk-Berechnung entscheidend: Das QUANTEC MCS® speichert vollständige Messkurven im integrierten 2-GB-Speicher. Die Rohdaten werden per WLAN direkt an die Analysesoftware QuanLabPro übertragen, die Standardabweichung, Histogramm, Regelkarte und Fähigkeitsindizes automatisch berechnet und normkonform dokumentiert.

Ein weiterer Praxisvorteil: Die Weiterdrehmomentmessung des QUANTEC MCS® minimiert den Werkereinfluss auf den Messwert - ein kritischer Faktor für die Reproduzierbarkeit der PFU-Daten.

Mehr zu den Einsatzmöglichkeiten der Prozessfähigkeitsuntersuchung finden Sie in unserem detaillierten Leitfaden zur Prozessfähigkeitsuntersuchung (PFU) nach VDI/VDE 2645-3.

Q-CHECK®: QS-Werkzeug für valide Messwerte

Jede Fähigkeitsuntersuchung erfordert ein kalibriertes Prüfmittel mit lückenloser Rückverfolgbarkeit. Das GWK Q-CHECK® QS- und Audit-Werkzeug arbeitet mit einer Messgenauigkeit von ±1 % des Nennbereiches und ist über das eigene DAkkS-akkreditierte Kalibrierlabor von GWK (mit Prüfmitteln der Klasse 0,2) auf nationale Normale rückführbar.

In der Praxis bedeutet das: Wenn Ihr Q-CHECK® die Messgenauigkeit des Schraubwerkzeugs bestätigt und das QUANTEC MCS® die Verschraubungsdaten aufzeichnet, entsteht eine vollständige, auditierfähige Messkette - von der Kalibrierung des Prüfmittels bis zur normativen Fähigkeitsaussage.

Für Automotive-OEMs und Tier-1-Zulieferer, die bei jedem Audit die Rückverfolgbarkeit ihrer Messmittel nachweisen müssen, ist genau diese lückenlose Kette der entscheidende Vorteil.

Fazit: Cmk und Cpk sind kein bürokratischer Aufwand - sondern Ihr Qualitätskompass

Die Fähigkeitsindizes Cmk und Cpk liefern die statistische Grundlage dafür, dass Schraubverbindungen das halten, was der Konstrukteur gefordert hat - zuverlässig und reproduzierbar. Wer die Formeln versteht, die Grenzwerte einordnen kann und typische Fehler vermeidet, hat ein wirksames Instrument zur Qualitätssicherung in der Hand.

Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

  • Cmk ≠ Cpk: Laborbedingungen (MFU) und Serienbedingungen (PFU) liefern grundsätzlich verschiedene Aussagen - beide sind für eine normkonforme Prozessfreigabe erforderlich.
  • Grenzwerte kennen: Cmk/Cpk ≥ 1,67 ist der Industriestandard für sicherheitskritische Verbindungen; ≥ 1,33 die absolute Untergrenze für bedingte Fähigkeit.
  • Messdaten zählen: Ohne kalibrierte, rückverfolgbare Prüfmittel und ausreichenden Stichprobenumfang ist jede Fähigkeitsaussage statistisch wertlos.
  • Verbindung zu VDI 2862: Die Schraubfallklasse bestimmt, welcher Fähigkeitsindex nachgewiesen werden muss - und wie engmaschig Sie überwachen müssen.

Wenn Sie Fragen zur konkreten Umsetzung von MFU oder PFU in Ihrem Betrieb haben - oder die passenden Prüfmittel für Ihre Fähigkeitsuntersuchung suchen - sprechen Sie uns an. Accuracy by GWK - gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir die optimale Messtechniklösung für Ihre spezifischen Anforderungen.

FAQ: Cmk und Cpk in der Schraubtechnik

help_outlineWas ist der Unterschied zwischen Cm und Cmk?expand_more

Der Cm-Wert (Maschinenfähigkeit) betrachtet nur das Streuverhältnis der Maschine zur Toleranzbreite, ohne die Lage des Mittelwerts zu berücksichtigen. Er setzt voraus, dass der Mittelwert exakt in der Toleranzmitte liegt. Der Cmk-Wert berücksichtigt zusätzlich, wie weit der tatsächliche Mittelwert von der Toleranzmitte abweicht. In der Praxis ist der Cmk daher immer kleiner oder gleich dem Cm-Wert - und stets der relevante Kennwert für die Prozessfreigabe.

help_outlineWie viele Messungen brauche ich für eine valide Cmk/Cpk-Berechnung?expand_more

Für die MFU (Cmk) nach VDI/VDE 2645-2 sind mindestens 50 aufeinanderfolgende Verschraubungen unter konstanten Bedingungen erforderlich. Für die PFU (Cpk) nach VDI/VDE 2645-3 werden mindestens 125 Messwerte aus einem repräsentativen Serienzeitraum benötigt. Zu kleine Stichproben führen zu einem großen Konfidenzintervall und statistisch unzuverlässigen Aussagen.

help_outlineMuss ich Cmk und Cpk für Drehmoment UND Drehwinkel berechnen?expand_more

Das hängt von der Schraubstrategie ab. Bei drehmomentgesteuerten Verschraubungen steht der Drehmoment-Cmk/Cpk im Fokus. Bei winkelgesteuerten Verfahren ist der Drehwinkel das Kontrollmerkmal. Bei der häufig eingesetzten kombinierten Drehmoment-Drehwinkel-Strategie sind beide Größen separat zu bewerten. Das GWK QUANTEC MCS® erfasst beide Parameter simultan und liefert die Datenbasis für beide Fähigkeitsindizes.

help_outlineWas bedeutet Cpk = 1,67 in ppm-Werten?expand_more

Ein Cpk von 1,67 entspricht rechnerisch einer Ausschussrate von 0,57 ppm (parts per million) - also weniger als einem fehlerhaften Teil pro zwei Millionen Verschraubungen. Zum Vergleich: Ein Cpk von 1,33 ergibt bereits 63 ppm, also rund 100-mal mehr potenzielle Fehler. In der Automotive-Serienfertigung mit hunderttausenden Verbindungen pro Jahr ist dieser Unterschied enorm relevant.

help_outlineWelchen Cmk-Grenzwert fordert VDI 2862 für Klasse A-Verbindungen?expand_more

Die VDI/VDE 2862 schreibt für Klasse A (sicherheitskritische Verbindungen) grundsätzlich den Nachweis der Maschinenfähigkeit vor. Branchenüblich - insbesondere in der Automobilindustrie - gilt Cmk ≥ 1,67 als Mindestanforderung. Für Aerospace- und Medizintechnik-Anwendungen werden teilweise noch strengere Grenzwerte (bis Cmk ≥ 2,00) vereinbart. Entscheidend ist immer die kundenseitige Spezifikation.